Autor Thema: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!  (Gelesen 5182 mal)

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Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« am: 22. Jan. 2010, 19:05 »
Österreichs höchstes Bauwerk wird gesprengt

22.01.2010 | 17:11 |   (DiePresse.com)

Der 265 Meter hohe Sendemast am Bisamberg soll Ende Februar fallen. Was mit dem 25 Hektar großen Areal im Besitz der Stadt Wien und des ORF geschieht, ist indessen noch offen.

Der 265 Meter hohe Nordmast des Senders Bisamberg an der Grenze von Niederösterreich und Wien wird Ende Februar gesprengt. Zugleich fällt dann auch sein kleineres, nur 120 Meter hohes Pendant. Damit rückt der Donauturm mit seinen 252 Metern auf Platz eins der Rangliste der höchsten Bauwerke nach. Der Grund für die Sprengung seien die hohen Instandhaltungskosten, wie der "Kurier" berichtet. Allein eine Million Euro hätte die Erneuerung der Stahlseilsicherung gekostet.

Und so werden vier Sprengungen im Februar den 80 Tonnen schweren Mast in drei Teile zerlegen und seiner Karriere als höchstem Bauwerk der Alpenrepublik ein Ende setzen. Sein kleiner "Bruder" soll im Ganzen fallen.

Der eigentliche Mittelwellensender Bisamberg ist bereits seit 1995 nicht mehr in Betrieb. Der Kern der Anlage wurde 1933 errichtet, allerdings 1945 von den abziehenden SS-Truppen zerstört.

In ihrer heutigen Form entstand die Sendeanlage 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW. Während sich die beiden Masten auf Wiener Stadtgebiet befinden, liegt der überwiegende Teil des Sendegebäudes im niederösterreichischen Langenzersdorf.

Auch wenn die beiden Stahlfachwerkriesen fallen werden, bleibt der Senderaum aus den 1950er Jahren der Nachwelt erhalten und wird laut "Kurier" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Was mit dem 25 Hektar großen Areal im Besitz der Stadt Wien und des ORF geschieht, ist indessen noch offen.

(APA)

Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/wien/534791/index.do?_vl_backlink=/home/index.do



Folgender Text stammt aus der Wikipedia:

Sender Bisamberg
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Der Sender Bisamberg ist eine nicht mehr in Betrieb befindliche Sendeanlage für Mittelwelle (MW) am Bisamberg an der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich auf einer Höhe von 308 m ü. A. gelegen. Die Sendeanlage wurde 1933 errichtet.

Entwicklung Sendeanlage Bisamberg

Die erste Sendeanlage wurde 1933 errichtet und war bis zu ihrer Zerstörung am 13. April 1945 durch die abziehenden SS-Truppen in Betrieb.

Der damalige Sender stellte eine Richtantenne mit der Hauptstrahlrichtung nach Westen dar, die aus zwei gegen Erde isolierten rautenförmigen Sendemasten, so genannten Blaw-Knox-Sendemasten, bestand. Da es über diese Art der Sendemasten kaum Publikationen gab, führte die Radio Verkehrs AG Ravag zunächst bei Seyring Versuche durch.

Als Masthöhe wurde ein Viertel der Betriebswellenlänge, also zirka 130 Meter, gewählt. Bei der Konstruktion der beiden identen Maste wurde jedoch die Möglichkeit eingeplant, einen 5 Meter hohen zusätzlichen Mastteil mit einem bis zu 15 Meter verschiebbaren Stahlrohr auf die Mastspitze aufzusetzen, um eventuellen Änderungen der Wellenlänge Rechnung tragen zu können.

Der Sendemast wurde von Ig. Gridl und der Richtmast von Waagner Biro angefertigt, wobei die Pläne von den beiden Firmen gemeinsam erarbeitet wurden. Die Abspannseile für den Sendemast lieferte Felten & Guilleaume, jene für den Richtmast die Sankt Egyder Eisen- und Stahl-Industrie-Gesellschaft in Wien. Die Überprüfung der Pläne und Berechnungen für die Ravag als Auftraggeber übernahm Ernst Melan.

Der Sendemast wurde von der Firma Ig. Gridl im Winter 1932/1933 aufgestellt, der Richtmast wurde von Waagner Biro im Herbst 1933 montiert. Diese Arbeit konnte nur während der Sendepausen durchgeführt werden, da ansonsten Lebensgefahr bestand. Während der Radiosendungen musste er geerdet werden, um die Sendequalität nicht zu beeinträchtigen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage neu errichtet und besteht heute aus zwei gegen Erde isolierte abgespannte Stahlfachwerkmasten, die 265 m und 120 m hoch sind. Die Masthöhe ist abgestimmt auf die Sendefrequenz von 585 kHz für den höheren Nordmast und auf 1476 kHz für den kleineren Südmast. Ersterer ist damit das höchste Bauwerk in Österreich. Beide Sendemasten befinden sich auf Wiener Stadtgebiet im Bezirk Floridsdorf, wohingegen das Sendegebäude zum Großteil auf dem niederösterreichischen Gemeindegebiet von Langenzersdorf steht. Beide Sendemasten sind so genannte selbststrahlende Sendemasten und als Halbwellendipole ausgeführt. Sie stehen bei Betrieb unter Hochspannung. Durch einen mittlerweile entfernten Trennisolator konnte der höhere Nordmast im Bereich der Mittelplattform elektrisch verkürzt werden, um alternativ mit 1476 kHz betrieben zu werden. Durch eine elektrische Anpassung kann auch ohne Trennisolator der Nordmast mit 1476 kHz betrieben werden.

Die Sendeanlage Bisamberg wurde in heutiger Form nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW regulär in Betrieb genommen. Je zwei Sender, die mit Elektronenröhren bestückt waren, waren für Parallelbetrieb mit 240 kW für die Frequenz 585 kHz und 1476 kHz fest abgestimmt. Im Jahr 1975 wurde der 600 kW Sender in Betrieb genommen, der ebenfalls mit Elektronenröhren arbeitete, und zwischen 585 kHz und 1476 kHz umschaltbar war. Als Senderöhren kamen die Typen CQS400 mit einer Anodenverlustleistung von 400 kW und einer Anodenspannung von 14 kV zum Einsatz.

Am 1. Jänner 1995 wurde der Sendebetrieb eingestellt, am 21. März 1997 wurde der Sendebetrieb der beiden 120 kW-Sender mit reduzierten 60 kW auf der Frequenz 1476 kHz wieder aufgenommen. Am 3. Mai 1999 wurde für ca. 3 Monate der 600 kW Sender reaktiviert, um im Zuge des Zerfalls Jugoslawiens Informationssendungen wie die ORF-Sendung Nachbar in Not in Richtung Balkan ausstrahlen zu können.

Seit dem Jahr 2000 sind alle Röhrensender außer Betrieb und Ende 2000 ging der volltransistorisierte 100 kW-Mittelwellensender auf der Frequenz 1476 kHz in Betrieb. Der Sender sendete allerdings nur mit einer reduzierten Leistung von 60 kW und strahlte täglich das Programm „Radio 1476“ aus. Der Transistorsender besteht aus 80 einzelnen HF-Endstufen, von denen jede maximal 3 kW aufweist.

Ende 2008 wurde seitens der Betreibergesellschaft ORS der Betrieb der Sendeanlage eingestellt. Das Programm „Radio 1476“ ist terrestrisch nicht mehr zu empfangen und wurde durch das Webradio „oe1campus“ ersetzt. Der Nordturm soll wegen der aufwändigen Instandhaltung demnächst demontiert werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Bisamberg (Fotos sind auch auf dieser Seite zu finden)


Noch ein Link: http://www.hcrs.at/BSBG.HTM (genaue technische Beschreibung des Senders mit Fotos!)


Schade um dieses technische Denkmal!

Soundy
« Letzte Änderung: 22. Jan. 2010, 19:16 von Soundy »

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Re: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« Antwort #1 am: 11. Feb. 2010, 11:16 »
Gibt es eine Rettung für die Sendemasten des Mittelwellensenders Bisamberg?

Hier http://fsmat.at/~calm/bisamberg/ steht folgendes:

Am Bisamberg stehen Mittelwellensender, die (auf 585 und 1476kHz) von 1959 bis 2008 in Betrieb waren (1933-1945 einer mit 130m Mast). Der Nordmast ist 50km weit zu sehen und mit seinen 265 Metern nebenbei das höchste Bauwerk Österreichs (der Donauturm hat 252m), der Südmast hat 120m. Beide Sendemasten will der ORF (bzw. ORS, seine Sendertochter) jetzt Sprengen ("mit Sprengtechnischen Mitteln Abbauen"), da nur das Gebäude, nicht aber die Außenanlagen, unter Denkmalschutz stehen. Es wird argumentiert, daß "nahezu kein Bedarf" besteht und heuer Instandhaltungskosten von 1 Mio. EUR anfallen würden, da bei der letzten Überprüfung sanierungsbedürftige Stellen entdeckt wurden (auf den "Pardunen", den Abspannseilen). Als Anrainer hat man von diesem Vorhaben am 22.1.2010 erfahren, Ende Februar 2010 sollen die Sprengungen stattfinden.

Rettungsversuch
Es haben sich nun einige Interessierte gefunden, die die Masten mieten und damit weiterbetreiben und retten wollen. Gespräche mit der ORS sind im Gange.

Finanzierung
Da wir der ORS den Sender nicht einfach abkaufen können sind wir auf Spenden angewiesen, um Miete, Betriebskosten und ev. den Pardunentausch zu bezahlen. Unsere Fragen gehen daher an alle Amateurfunker, Anrainer jeder Kategorie (Bisamberg, Langenzersdorf, Strebersdorf/Floridsdorf/Wien...) und alle sonstigen Kulturschützer (und -innen):
Umfrage
1. Sollen die Sender erhalten bleiben?
2. Wem ist dies einmalig 100 oder 200 EUR Wert?
3. Wieviel sonst?
4. Wer würde sich (auch) an Betriebskosten und Miete beteiligen?
5. Wer will mitarbeiten? (Flugblätter verteilen, Sponsoren kontaktieren)

Bitte um Weiterverbreitung der SenderRettung und Meinungsbekundungen mit Subject "SRB1" an calm@fsmat.at oder an

Christian Almeder
Klausgraben 46
2103 Langenzersdorf

für eine Machbarkeitsabschätzung. Wenn 5000 Personen 200 EUR Spenden ist der Pardunentausch beisammen... 


Soundy

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Re: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« Antwort #2 am: 19. Feb. 2010, 19:40 »
Bisamberg- Masten: Sprengung findet am 24. Februar statt

Sender am Bisamberg werden gesprengt - der Senderaum bleibt erhalten

Die Sprengung der beiden Mittelwelle- Sendemasten am Wiener Bisamberg wird am 24. Februar stattfinden. Beim Abtragen von Österreichs höchstem Bauwerk, dem 265 Meter hohen Nordmasten und seinem 120 Meter hohen Pendant wird die Öffentlichkeit auf zwei eigens eingerichteten Aussichtsstellen zuschauen können.

Grundsätzlich wird eine Sicherheitszone rund um die beiden Masten eingerichtet, weswegen die Zufahrtsstraßen zur Sendeanlage gesperrt sein werden, sagte Gernot Radosits von der ORF- Sendetechniktochter ORS. Interessierte sollten am besten über Langenzersdorf anreisen und sich zu Fuß auf den Weg machen. Das Sicherheitspersonal wird die Zuschauer dann einweisen. Auf der Aussichtsplattform wird es Tee und Kaffee geben.

Der eigentliche Mittelwellensender Bisamberg ist bereits seit 1995 nicht mehr in Betrieb. Der Kern der Anlage wurde 1933 errichtet, allerdings 1945 von den abziehenden SS- Truppen zerstört.

In ihrer heutigen Form entstand die Sendeanlage 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW. Während sich die beiden gigantischen Masten auf Wiener Stadtgebiet befinden, liegt der überwiegende Teil des Sendegebäudes im niederösterreichischen Langenzersdorf.

Quelle: http://www.vienna.at/news/wien/artikel/bisamberg-masten-sprengung-findet-am-24-februar-statt/cn/news-20100218-07134386



Sendemast am Bisamberg wird gesprengt

Mit der Abtragung der beiden Sendemasten am Bisamberg geht ein großes Stück österreichischer Rundfunkgeschichte zu Ende. Die Sprengung ist für 24. Februar geplant. Während der Großteil der Bevölkerung diesem Ereignis gelassen entgegensieht, kämpfen andere „aufopferungsvoll“ für den Erhalt dieses Denkmals.

Vier gezielte Sprengungen werden Ende Februar das mit 265 Metern höchste Bauwerk des Landes dem Erdboden gleich machen. „Eine Sanierung ist zu teuer, zudem gibt es keine sinnvolle Nachnutzung“, so Norbert Grill von der zuständigen ORS.

Erfinder will Sprengung stoppen

Ganz anderer Meinung ist da Fernmeldemonteur Harald Stütz: „Ich habe ein Erfolgskonzept für ein weltweit empfangbares Radioprogramm entwickelt, für die Umsetzung ist aber ein funktionstüchtiger Sender am Bisamberg notwendig.“ Der Techniker ist von seiner Geschäftsidee derart überzeugt, dass er weiter gegen die bereits beschlossene Abtragung vorgehen will.

von Christian Resch, Kronen Zeitung

Quelle: http://www.krone.at/krone/S151/object_id__185659/hxcms/index.html

Soundy





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Re: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« Antwort #3 am: 20. Feb. 2010, 20:35 »
Sendemast am Bisamberg wird gesprengt

20.02.2010 | 19:06 |  von MANFRED SEEH (Die Presse)

Das höchste Bauwerk Österreichs, der 265 Meter hohe Sendemast am Bisamberg, wird am Mittwoch um 15 Uhr gesprengt: Von Roman Günther, einem Sprengmeister aus der Steiermark.

Roman Günther ist eher der pragmatische Typ. „Wenn mir mein Beruf nicht gefallen würde, dann würde ich ihn nicht machen“, sagt er. Mit rotem Schutzhelm und knallgelber Schutzkleidung steht er knapp neben dem stählernen Turm und blickt kritisch nach oben. 265 Meter Höhe, 120 Tonnen Eigengewicht. Gehalten von jeweils drei unterschiedlich hoch angebrachten Stahlseilen, die aus drei Richtungen gespannt sind. Es sind schon beeindruckende Maße, die der Nordmast, der wesentlich höhere der beiden Sendemasten am Bisamberg, aufweist. Kommenden Mittwoch wird das höchste Bauwerk Österreichs (ebenso wie sein kleiner Bruder, der „nur“ 120 Meter hohe Südmast) gesprengt – von Sprengmeister Roman Günther (32).

Die beiden Radio-Mittelwellen-Sendemasten (betrieben von der Österreichischen Rundfunksender-Gesellschaft ORS) – einst Informationsquelle auch für die Bürger jenseits des Eisernen Vorhangs – werden einfach nicht mehr gebraucht. Allein die Erneuerung der gigantischen Sicherungsstahlseile würde eine Million Euro kosten. Und weil eine Stück-für-Stück-Demontage der Masten enorm aufwendig und obendrein, so erklärt die den Abbruch leitende Firma Alpine Energie, auch gefährlich sei, müssen Männer wie Günther her. Freilich richtet sich die ganze Aufmerksamkeit auf den großen Turm.

Sprengung in vier Teilen. Für diesen braucht's eine Sprengung in vier Sequenzen. Zuerst durchtrennt eine Sprengladung einige Sicherungsstahlseile (nicht alle, damit die fallenden Mastteile noch in eine bestimmte Richtung gelenkt werden können). Hundert Millisekunden später „geht“ das erste Sprengstoffpaket am Turm in 180 Meter Höhe. Je 1000 Millisekunden (also je eine Sekunde) später folgen absteigend zwei weitere Detonationen. Plastischer Sprengstoff (Plastiksprengstoff) mit schneidender Wirkung (Schneidladung) wird verwendet. Und wenn der Mast das wider Erwarten aushält? Wenn er stehen bleibt? Bei seiner Ehre, sagt Günther, ohne den Anflug eines Zweifels: „Ich garantiere, dass der Mast umfällt.“ Nachsatz: „Umfallen tut er, hundertprozentig.“ Für den kleinen Mast reicht eine Sprengladung nahe dem Fundament. „Der fällt wie ein Baum.“ Für Schaulustige gibt es ausgeschilderte Public-Viewing-Zonen.

Was muss man eigentlich tun, damit es kracht? Das alte Bild vom T-förmigen Griff, den man nach unten drückt, stimmt natürlich nicht mehr. Das war früher. Heute dreht man an einer Kurbel. Damit werden Transistoren geladen. Diese wiederum erzeugen Impulse, die über eine Leitung den Zünder erreichen. Und der löst die Sprengung aus.

Der Mann am Zünder. Wer dreht nun am Mittwoch an der Kurbel? „Er!“, sagt Richard Isele beim „Presse“-Lokalaugenschein am Bisamberg. Isele hat im steirischen Eisenerz eine Firma für Bohr- und Sprengarbeiten. Als der Boss nun lächelnd „er“ sagt, deutet er auf Günther. Günther lächelt mit. Er sprengt gern. Und das tut er ziemlich oft. Freilich: Einen monströsen Masten (und damit auch ein Stück Rundfunkgeschichte) sprengt man nicht jeden Tag von der Bildfläche, doch man möchte gar nicht glauben, wo überall gesprengt wird. Günther: „Auf Steinbrüchen, beim Tunnelbau, beim Straßen- oder Wegebau, wenn Felsnasen abzusprengen sind oder wenn wir einen Hang raussprengen müssen, das ist praktisch unser tägliches Geschäft.“

„Man kann durch vorherige Berechnung das Ergebnis genau bestimmen.“ Weiter: „Wenn es so funktioniert, wie es geplant ist, ist es eine super Sache.“ Und zu 95 Prozent sei es eine „super Sache“. Selten komme es vor, dass das Ergebnis „nicht so ideal ist, wie es sein sollte“, etwa auf Steinbrüchen, wenn Felsblöcke nicht genau so bersten, wie sie sollen.

Günther kommt aus Rechberg, Gemeinde Semriach, Bezirk Graz-Umgebung, hat eine Lebensgefährtin – doch die habe, so sagt er zumindest, keine Angst um ihn. „Industriesprengstoff ist sicher. Ohne regelrechte Zündung geht er nicht so einfach los.“ Dass Sprengmeister sein Job ist, wusste er zwar nicht gleich nach der Hauptschule, aber immerhin nach der Lehre zum Bau- und Möbeltischler. Ein Sprengbefugtenlehrgang und ein Jahr Praxis bei einem Sprengunternehmen machten ihn zu dem, was er ist. Außerdem ist er staatlich geprüfter Pyrotechniker. In der Freizeit geht er gern auf Schießstände. Als Sportschütze. Gewehr und Pistole. Sprengen, Feuerwerke zünden, schießen. „Alles, was tuscht“, sagt Roman Günther. Und lacht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.02.2010)

Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/541286/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Soundy


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Re: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« Antwort #4 am: 23. Feb. 2010, 20:53 »
Bisamberg: Häuser müssen evakuiert werden

Die Stunden für Österreichs höchstes Bauwerk sind beinahe gezählt. Der Sendemast am Bisamberg an der Landesgrenze zwischen NÖ und Wien wird am Mittwoch gesprengt. Mehrere Häuser in NÖ müssen evakuiert werden.

Sicherheitsvorkehrungen vor Sprengung

Die Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld der Sprengung sind enorm. Ein Gebiet von 300 bis 500 Meter im Umkreis der Sendeanlage wird ab Mittwoch früh komplett abgeriegelt. Sicherheitspersonal wird an allen strategisch wichtigen Punkten aufgestellt. Zirka 140 Haushalte in der Gemeinde Langenzersdorf und im 21. Wiener Gemeindebezirk sind von der Sprengung betroffen, die Häuser müssen evakuiert werden. Etwa die Hälfte dieser Häuser befindet sich in Niederösterreich.

Aussichtsstellen für Schaulustige

Um 12 Uhr wird zuerst der kleinere 120 Meter hohe Südturm gesprengt. Der 265 Meter hohe Nordturm folgt um 15 Uhr. Damit verliert Österreich sein höchstes Bauwerk.

Seismographen werden an bestimmten Punkten aufgestellt, um etwaige Erschütterungen zu messen. An drei verschiedenen Aussichtsstellen können Interessierte das Spektakel mitverfolgen. Was mit dem Gebiet am Bisamberg künftig passieren wird, ist noch unklar.

Quelle: http://noe.orf.at/stories/425074/

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Re: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« Antwort #5 am: 24. Feb. 2010, 16:10 »
Bisamberg: Österreichs höchstes Bauwerk wurde gesprengt

24.02.2010 | 15:26 |   (DiePresse.com)

Um 15 Uhr detonierten die Sprengladungen am 265 Meter hohen Sendemast am Bisamberg. Das Bauwerk fiel planmäßig in drei Teilen zu Boden. Der kleinere Mast konnte erst mit 42 Minuten Verspätung gesprengt werden.

Österreichs höchstes Bauwerk, der 265 Meter hohe Mittelwelle-Sendemasten am Wiener Bisamberg, steht nicht mehr. Punkt 15 Uhr wurde der Stahlriese nach Plan gesprengt. Der 80 Tonnen schwere Mast wurde durch die Sprengladungen in drei Teile zerlegt. Die Stahlreste werden nach den Aufräumarbeiten der kommenden Tage wiederverwertet, so Florian Pfeffer vom Generalunternehmer Alpine. 15 Mann hätten in den vergangenen zwei Monaten das Ereignis geplant - laut Pfeffer in Rekordzeit: "Normalerweise planen wir dafür sechs Monate ein."

Die für 12 Uhr angesetzte Sprengung des kleineren, 120 Meter hohen Masten verzögerte sich hingegen. Ein Anrainer weigerte sich, sein in der Gefahrenzone liegendes Haus zu verlassen. Der Mann hatte in den Wochen zuvor bereits vergeblich versucht, mittels einer Initiative Geld zum Kauf und Erhalt der Bauwerke zu organisieren. Die Exekutive bat den Anrainer nachdrücklich, sein Haus doch noch zu verlassen, worauf er dieser Bitte schließlich nachkam. Mit 42 Minuten Verspätung fiel der 120 Meter hohe Mast - unter Beifall der Schaulustigen.

Der Senderaum aus den 1950er Jahren bleibt der Nachwelt erhalten und soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Was hingegen mit dem 25 Hektar großen Gesamtareal im Besitz der Stadt Wien und des ORF geschieht, ist indes noch offen. Den Titel höchstes Bauwerk Österreichs trägt nun der Wiener Donauturm mit 252 Meter.

Grundsätzlich wurde für die Sprengung eine Sicherheitszone rund um die beiden Masten eingerichtet, weswegen die Zufahrtsstraßen zur Sendeanlage gesperrt wurden. Auf zwei eigens eingerichteten Aussichtsstellen konnte die Sprengung beobachtet werden. Bei strahlendem Wetter hatten sich Hunderte Zuschauer auf dem Bisamberg eingefunden. Die Mehrheit hatte zu Fuß von Langenzersdorf aus den 359 Meter hohen Berg zwischen Wien und Niederösterreich erklommen. Auf der Aussichtsplattform gab es für sie Tee und Kaffee.

Der eigentliche Mittelwellensender Bisamberg ist bereits seit 1995 nicht mehr in Betrieb. Der Kern der Anlage wurde 1933 errichtet, allerdings 1945 von den abziehenden SS-Truppen zerstört. In ihrer heutigen Form entstand die Sendeanlage 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW.

Der Grund für die Entsorgung der mächtigen Stahlriesen sind die hohen Instandhaltungskosten der Anlage. Allein die Renovierung der Stahlseile hätte eine Million Euro gekostet. Während sich die beiden gigantischen Masten auf Wiener Stadtgebiet befunden hatten, liegt der überwiegende Teil des Sendegebäudes im niederösterreichischen Langenzersdorf.

Quelle: http://diepresse.com/home/panorama/wien/542014/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Soundy

Schade um dieses Sendeanlage! Auch wenn das Sendegebäude zu einem Museum umgewandelt wird - was ist ein Sender ohne Antenne ? >:(

Offline Soundy

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Re: Mittelwellensender Bisamberg wird gesprengt!
« Antwort #6 am: 24. Feb. 2010, 21:39 »